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Stadt SCHRAPLAU
Lageplan

 

 

Schraplau 

von Heike P.

Schraplau du bist schon eine alte Stadt, mit interessanter Geschichte,

wer deine Chronik gelesen hat, weiss einiges zu berichten.


Wie dein Name entstanden ist, -  wie du zum Stadtrecht kamst,

von deinen guten und schlechten Zeiten und vom lustigen Schrappelmarkttreiben.


An aller Schönheit hast du allerdings sehr viel verloren,

denn die neue Zeit und der Fortschritt waren gegen dich.

Kleine Reste der Burgmauern erinnern noch, sie schreiben ein wenig Geschichte für dich.

Schraplau, du könntest sehenswerter sein, hätten wir mehr für dich getan –

Schraplau ich wünsche mir für dich, dass wir den Rest alter Schönheit erhalten und man noch nach vielen Jahren sagen kann,

- Schraplau, du bist eine schöne Stadt unter den vielen Alten.


 

 "Ich glaube, es ist eben Schicksalssache mit den Städten wie mit den Büchern. Ruhm ist nie unverdient, wohl aber zuweilen die Verschollenheit. Was versprochen wird, kennt man, wird besprochen, und wie sich Erfolg und Reklame verketten, hat noch niemand ergrübelt. Deshalb leben sie doch in der Stille fort, die guten Bücher und die guten Städte."

 

Karl Emil Franzos - entdeckt von H. R. L.

 

 

 

 

 

 

Das Denk-mal, ein Stück Schraplau!

 

Foto: Heinz Richard Lohholz, 2012; Fotos unten: Privatarchiv Heinz RichardLohholz         

 

Der legendäre Rektor und berühmte Schraplauer Chronist Felix Burkhardt mit seiner Frau vor ihrem Haus (links), dem Schützenhof um 1930. Ein Bürger, der die Stadt hochhielt, in Wort und Tat! (u. a. Autor der antiquarisch wertvollen Stadtchronik "Schraplau" und sein Haus eine Augenweide - ein Bürger mit Verantwortungsgefühl für die Geschichte Schraplaus!!!).

 

 

 

1953 malte G. Laschitza das Denkmal - den Schützenhof. Hier noch in Privatbesitz - bewohnt, in Schuss! 

Das Denkmal, der Schützenhof, das älteste Haus in Schraplau, der letzte Rest des Schraplauer Schlosses, die Bewohner u.a. der legendäre Bürger Felix Burkhardt, eine der mächtigsten  Familien Deutschlands - derer von Bülow, hier nächtigten der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., Vater des alten Fritz und des Prinzen Ferdinand von Preussen- alle drei - Besitzer des Schützenhofs, letzterer der Erbauer des Schloss Bellevue, heute Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten.

Das Denkmal ist seit 1986 im Besitz der Stadt Schraplau - und verfällt (vergleiche obige Bilder)!

Der Heimatdichter Heinz Richard Lohholz erkannte 2010 in seinem kleinen Büchlein "Nachts in Schraplau" schon folgendes:

"Das Haus in der Marktstrasse, in dem das "Leben blühte" , nach Gerüchten - unter Denkmalschutz stehend, wegen "Gefahr im Verzug" Anfang 2010 "zusammengeschoben". So verliert die alte Dame Schraplau Zahn um Zahn ihres Gebisses, das Lächeln bald unansehnlich - der nächste Zahn, der gezogen wird, ist sicher der legendäre Schützenhof..." .

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An dieser Stelle Chronistenschrift über das Denkmal, den  Schützenhof und seine Besitzer und Bewohner:

 

„Wanderung durch die Grafschaft Mansfeld – Im Seegau“

Erich Neuss – 1935

„…bevor der Abstieg in das Städtchen Schraplau beginnt. Und: wer die Talstrasse wandert, der gerät alsbald in ein paar enge, gleichgültige Gassen eines halb dörflichen, halb kleinstädtischen Gemeinwesens, und ehe er sich versieht, ist er schon über die Weidabrücke und auf dem Schafseer Wege und hat von Schraplaus grossartiger siedlungskundlicher DENKMALHAFTIGKEITund von seinen ehrwürdigen Zeugen einer mehrtausendjährigen Vergangenheit auch nicht das mindeste gesehen oder empfunden.“

(Mit dem Verschwinden vieler denkmalgeschützer Häuser, gibt es immer weniger Gründe nicht straff Richtung Schafsee zu laufen! H. R. L.)

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Hallesches Wanderbuch

herrausgegeben von Dr. Otto Dreske - 1912

 

„… wenn man die Schraplauer nach dem Weg nach Esperstedt fragt, so zeigen sie einem – wie das übrigens immer so ist – nicht den schönen Weg an dem Schützenhof und der Strohmühle vorbei, sondern über den Galgenberg, - weil dieser nämlich kürzer ist.

Die Leute auf dem Dorfe begreifen insgemein nicht, welches Interesse unsereins daran haben kann, durchaus so einen grossen Umweg zu machen!“

(Und so ist es auch mit dem Denkmal, dem Schützenhof –  wo man die Schönheit nicht mehr erkennt, - oder erkennen will – da „schiebt man zusammen“. Das ist ein schnellerer Weg, dass ist ein einfacherer Weg. Nur die Zeit wird beweisen, - die späteren Generationen, - dass war dann doch der falsche Weg [siehe - das Schraplauer Schloss, die alte Kammer usw.], aber man kann später die benennen, die diesen Weg gewiesen haben, die „zusammengeschoben“ haben, die das Gesicht Schraplaus demoliert haben. H. R. L.)

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Erdbeschreibung der preussischen Monarchie

herrausgegeben

von

Friedrich Gottlob Leohnardi

Ordentlicher Professor der Ökonomie und Cameralwissenschaften

 

Vierter Band

1796

„Das Oberamt Schraplau, wozu das ehemalige gräfl. Mansfeldische Schloss Schraplau, die Stadt selbst und die unten folgenden Dörfer und Vorwerke, imgleichen der in Schraplau belegene und ehedem zur Oberamtswohnung gebrauchte Schützenhof gehören, ist zuletzt von des Grafen Johann Georg III. zu Mansfeld Witwe, nachheriger Gemahlin des Herz. Christian von Sachsen- Weissenfels, bis zum J. 1732 besessen worden, worauf es König Friedrich Wilhelm I. kaufte und dem Prinzen Ferdinand von Preussen schenkte, nachdem er auch kurz vorher das dicht vor der Stadt auf einem Berge gelegene von Könitzsche Rittergut dazu gekauft hatte. Nachher ist der Schützenhof von der Prinzlichen Ferdinandischen Kammer wieder verkauft…“

 

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Kunstdenkmäler des Landes Sachsen – Anhalt, Bau und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete

Kunstdenkmale des Mansfelder Seekreis

1895

„Zur Geschichte der beiden Ämter in Schraplau ist kurz noch folgendes zu bemerken. Der ältere, unterhalb des Schlosses nach der Stadt gelegene Sitz des Oberamtes war vermutlich schon seit 1501 der Schützenhof, welcher westlich des aus der Stadt zur Burg und Kirche hinaufführenden Fahrweges am Abhange des Schlossberges liegt und jetzt Herrn Rabe gehört. 1574 besass Nicol von Ebeleben das Oberamt; während des 17. Jahrhunderts hatten es zeitweilig die v. Hake inne. Von diesen löste es nach 1710 die Gräfin Luise Christine, die hinterlassene Witwe des Grafen Johann Georg III. v. Mansfeld (Eisleber Linie), später vermählte Herzogin von Sachsen- Weissenfels, wieder ein und verkaufte es 1732 an den König Friedrich Wilhelm I. von Preussen, welcher es dem Prinzen Ferdinand von Preussen schenkte…

…Später wurde der Schützenhof von der prinzlichen Kammer einem Privatmanne wiederverkäuflich überlassen…“

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Ausflug nach Schraplau im Mansfelder Seekreis"

am 10. Juni 1894

Prof. Dr. Hermann Grössler

 

„…Von einem Nachkommen desselben, der ebenfalls Burchard hiess, kaufte Graf Burchard VII. von Mansfeld die Lehnsherrschaft Schraplau und Röblingen für sein Geschlecht, bei dem der Besitz bis zum Jahre 1732 bzw. 1742 verblieben ist. 1501 wurde derselbe in ein Oberamt und Unteramt geteilt. Ersteres kam an den Grafen von Mittelort letzteres an den Grafen Albrecht VII. den bekannten Freund Luthers, vom Hinterort. Der Verwaltungssitz des ersteren war der sogenannte „Schützenhof“, später das von Könitz`sche Rittergut, jetzt das Amt…

…Der älteste Teil der Stadt Schraplau ist vermutlich der ursprüngliche Ort der Oberamtsverwaltung, der Schützenhof, dessen Grundstück sich bis an die Weida hinstreckt.

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Schraplau

Beiträge zur Geschichte der Stadt und der Herrschaft Schraplau

Felix Burkhardt

(selbst Anfang des 20. Jhrd. Bewohner des legendären Denkmals!!!)

„…das Vorwerk der Schützenhof in der stadt Schraplau (heute Marktstr. 28) hatte 9 Hufen und 21 Acker Land. 4 ½ Vollspänner aus Esperstedt und Alberstedt und 3 Viertelspänner bestellten in ähnlicher Weise wie in Etzdorf das Feld. Der Pächter hielt 2 Pferde. Zehn Handfröner schnitten das Getreide um die Garbe, harkten das Sommergetreide, pflanzten und beerdeten das Kraut, streuten Mist, machten Heu, jäteten und nahmen Rüben und Möhren aus, verrichteten Gartenarbeit und leisteten Hand- und Baudienste. Der Pächter gab 400 Taler Pacht…“

               

„…Prinz Ferdinand [zu Preussen] verpachtete die erworbenen Ämter und Güter. 1732 übernahm Heinrich Aschatz Betcke das Oberamt. Ihm folgten Oberamtmann Brumben, Amtsrat Hesse, Oberamtsmann Wentzel, Amtsrat Beyer, Oberamtmann Palm (1805- 1820).

1743 vereinigte man die prinzl. Verwaltung auf dem Kammerhof. Doch 1763 kam die Verwaltung des Unteramtes nach dem Vorwerk Etzdorf, die Verwaltung des Oberamtes legte man vermutlich in den Schützenhof, dann in das Könitzsche Rittergut, das heute noch als Oberamt bezeichnet wird. Die „alte Kammer“ wurde an einen Schraplauer Bürger verkauft.“

„…zu den ältesten Gebäuden der Stadt gehört der Schützenhof (Marktstrasse 28, im Besitz von Rektor Burkhardt) und die „alte Kammer“, einst Sitz des Unteramtes.“

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Wanderungen durch die Grafschaft Mansfeld – Im Seegau

Erich Neuss – 1935

„…nun darf man sich nicht vorstellen als ob die Mansfelder Grafen auf dem Schlosse Schraplau die zur Herrschaft gehörigen sehr umfangreichen Ländereien und Güter selbst bewirtschaftet hätten. Diese wurden vielmehr verpachtet, in Unterlehen vergeben, versetzt, schliesslich auch verkauft, bis im 18. Jhdt. der Soldatenkönig kam, zunächst das Oberamt ankaufte und die Verwaltung dieses seinem Sohne Ferdinand geschenkten Grundbesitz einer prinzlichen Domänenkammer unterstellte. Noch sind die alten Amtsgebäude fast alle erhalten. Zu unseren Füssen, gleich neben dem Fahrwege, welcher von der Stadt zum Schlosseder Kirche hinaufführt, liegt der Schützenhof, jetzt stark verbaut, seit 1501 der Sitz des Oberamtes. Das Oberamt war seit 1574 im Besitze des Nikolaus v. Ebeleben. Gräfin Amalie v. Schwartzburg, die Gemahlin des Grafen Christoph, löste es mit ihrem eingebrachtem Gute wieder ein. Von 1670 bis 1711 hatten es dann die v. Hacke inne, von denen es Graf Johann Georgs III. Gemahlin, die spätere Sachsen- Weissenfelser Herzogin einlöste, um es im Jahre 1732 an den König von Preussen abzutreten.

In der Tat hat die prinzliche Kammer die Oberamtsverwaltung auf dieses ehemals v. Könitzsche Rittergut verlegt und den Schützenhof einem bürger überlassen. Das Oberamt selbst ist neben dem Könitzschen Gute noch durch das Apel – v. Stockhausensche Freigut vergrössert worden, während das Unteramt ähnlich bedeutende Abrundungen durch die Stedtener Rittergüter erfahren „Kammer“, ein altes baufälliges Gebäude auf dem Schlossgelände des Unterortes; Spuren alter Schönheit bedecken noch sein verwittertes Angesicht, und über seinem Eingange erblicken wir noch Inschriften und Wappensteine.“

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„Schraplaus ältestes Haus droht einzustürzen“

VON ANKE LOSACK, 25.10.12 – Mitteldeutsche Zeitung

„…SCHRAPLAU/MZ. Das älteste Haus Schraplaus in der Marktstraße 28 ist ein Einzeldenkmal und droht einzustürzen. "Dort ist Gefahr in Verzug", sagt Schraplaus Bürgermeister Frank Birke (CDU). Immer wieder fällt Putz von den Wänden, stürzen Steine von den vier maroden Schornsteinen auf den Gehweg, die Straße und den bewohnten Hinterhof…“

„…Das 1675 erbaute Haus mit der Nummer 28 in der Schraplauer Marktstraße ist in einem erbarmungswürdigen Zustand. Jedoch trägt die Stadt wenig Schuld am desolaten Zustand des ältesten Gebäudes von Schraplau. Das Grundstück ist 1986 durch Eigentümerverzicht auf die Stadt übergegangen. Nach der Wende gab es zwar einen Rückübertragungsantrag, doch der wurde schließlich zurückgezogen…“

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1349164475555&calledPageId=987490165154

 

 

Leserbrief von Heinz Richard Lohholz zum oben zitierten Beitrag in der "MZ":

„…da fragt man sich doch, wenn das haus der stadt schraplau gehört und es denkmalgeschützt ist, warum es nicht seit 1986 in stand gehalten wurde? das jammern jetzt, ist zynisch und dumm, wenn ich 30 jahre nicht zum zahnarzt gehe, nichts für die instandhaltung meiner zähne ausgebe, muss ich mich nicht wundern das es nach 30 jahren eine saftige rechnung gibt! aber das ziehen bzw. abreissen wird ja favorisiert im stadtrat, und so wird bestimmt in 20 jahren das teure schwimmbad, das sanierte rathaus und das die stadt aufhellende kalkwerk vom der einstigen zwei - burgen stadt schraplau über bleiben. dann sehr sehens - und lebenswert! ein hoch auf die alten und die neuen stadträte, ein hoch auf die neuen und alten bürgermeister - schieben wir schrappel zusammen (die kirche sieht auch schon recht marode aus!!!). man könnte sich aber mal langsam seiner geschichte bewusst werden und verantwortlich zeigen- und handeln. das es soweit kommen musste ist eine schande, aber für schraplau nicht untypisch! hrl…“

 




"Je weiter man zurückblicken kann, desto weiter wird man vorausschauen."

Winston Churchill


"Wer seine Geschichte nicht erzählen kann, existiert nicht."

Salman Rushdie

 

 

 Foto: Heinz Richard Lohholz - 2012

Dieses Schild hängt nicht etwa in Schraplau, am Schützenhof, oder am neuen Schloss -

soweit ist man da denkmaltechnisch noch nicht in Schraplau -leider-

ich fand es auf der Burg Bornstedt bzw. Schweinsburg

 

 Ende des Lohholz`schen Gastbeitrages zum Denkmal Schützenhof. Der Autor freut sich Ihre Meinung zu lesen:

heinzrichard.lohholz@berlin.de


 

 

 

 

 

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